x04x [phon. x null vier x oder ʃoʀʃ] ist ein auf das Jahr 2010 zurückgehendes multimediales Kunstprojekt. Es ist Alter Ego, Label und Kollektiv des in Wien lebenden Architekten, Künstlers und Designers Georg Wieser.

x04x arbeitet experimentell am Begriff der Expandierten Plastik. Dekonstruierter Elektroschrott wird in einem bricollageartigen Verfahren mit einer Vielzahl anderer heterogener Objet trouvés zu komplex aufgeladenen Skulpturen kombiniert. Diese nähern sich in improvisierten, frei assoziierenden Arbeitsprozessen Schicht für Schicht ihrer endgültigen Form an. Eingebunden in dicht geknüpfte Netzwerke aus Kabelbindern, Leitungen, Fäden und Drähten, werden die Einzelteile zu kollektiven Trägern eines evolutionären Narrativs der vage auf philosophische und soziologische Themenkomplexe wie der Akteur-Netzwerk-Theorie Bezug nimmt.

Das Motiv der handwerklichen Produktion steht während der arbeitsintensiven Ablagerungsprozesse im Vordergrund und wird durch deren performative Ausführung verbildlicht. Dadurch wird das Verhältnis zwischen Körper und Arbeit sowie deren Einbettung in kapitalistische Produktionsprozesse thematisiert.
Die derart entstehenden Skulpturkollektive werden in eigens für sie entwickelten Rauminstallationen präsentiert und drücken sich in weiterer Folge auch in Form von Bild, Video und Soundarrangements aus. Auf diese Weise wird ein Feld größtmöglich aufgeladener atmosphärischer Dichte erzeugt. Innerhalb dieser Gesamtästhetik entstehende produktiven Feedbackschleifen verweisen dabei immer wieder auf weiteres evolutionäres Potential ihrer skulpturalen Ausgangspunkte.

x04x Skulpturen sind Botschafter einer im Anthropozän angekommenen Welt, deren Fortbestehen als menschlicher Lebensraum von der vollkommenen Durchmischung der Sphären Menschmaschine und Natur abhängig zu sein scheint. Angereichert durch populäre Science-Fiction Ästhetik, den Versatzstücken einer von Fernsehern und Computern geprägten Jugend, stellen die Arbeiten analoge Fetische einer sich zunehmend digitalisierenden Kultur dar. Der Flüchtigkeit und Dynamik digitaler Prozesse wird eine langsame, fleischliche Materialität entgegengesetzt, die einer sinnlich erfassbaren Verortung digitaler Fragestellungen im analogen Raum dient.

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